Quant-Glossar

Stop-Loss

Automatische Verkaufsorder zur Begrenzung von Verlusten.

Ein Stop-Loss ist eine bedingte Order, die einen Trade schließt, sobald der Kurs ein vordefiniertes Niveau erreicht. Der zentrale Mechanismus, um Verluste pro Trade zu begrenzen.

Wichtig: Stops sind keine Garantie — bei Gaps oder dünnen Märkten kann die tatsächliche Ausführung deutlich schlechter liegen (Slippage). Stop-Loss sollte vor dem Einstieg festgelegt und nicht nach unten verschoben werden. „Mental Stops“ sind keine Stops — sie sind eine Einladung an die Disziplinlosigkeit.

Genaue Definition

Technisch ist ein Stop-Loss meist eine Stop-Market-Order: Sie liegt zunächst nicht im Orderbuch und wird erst beim Erreichen des Stop-Kurses zur Marktorder. Bei einer Long-Position liegt der Verkaufs-Stop unter dem aktuellen Kurs, bei einer Short-Position der Kauf-Stop darüber. Eine Stop-Limit-Order wird beim Auslösen dagegen zur Limit-Order. Sie begrenzt den Ausführungspreis, kann bei einer Kurslücke aber unausgeführt bleiben. Der Stop-Kurs ist also ein Auslöser, kein garantierter Ausführungspreis. Neben dem Preis-Stop gibt es den Zeit-Stop, der einen Trade nach einer festen Zahl von Perioden schließt, wenn er sein Ziel bis dahin nicht erreicht hat.

Berechnung: Stop-Abstand und Positionsgröße

Aus Stop-Abstand und gewähltem Risikobetrag folgt die Positionsgröße: Stückzahl = Risikobetrag / (Einstieg − Stop) bei Long-Positionen, bei Futures oder CFDs zusätzlich geteilt durch den Wert je Punkt. Der Abstand zwischen Einstieg und Stop ist zugleich die Einheit 1 R für das R-Multiple.

Rechenbeispiel mit frei gewählten Werten: Konto 20.000 €, Risikobetrag 1 % = 200 €, Einstieg bei 50,00 €, Stop bei 47,50 €. Der Abstand beträgt 2,50 €, die Stückzahl 200 / 2,50 = 80 Aktien. Eröffnet die Aktie nach einer Nachricht bei 45,00 €, wird der Stop erst dort ausgeführt. Der Verlust beträgt dann 80 × 5,00 € = 400 €, also das Doppelte des geplanten Risikos.

Umsetzung in Code und Backtest

Im Backtest auf Kerzendaten muss die Ausführung realistisch modelliert werden: Liegt der Eröffnungskurs bereits jenseits des Stops, wird zum Eröffnungskurs ausgeführt, nicht zum Stop-Kurs; dazu kommt Slippage. Ein Backtest, der jeden Stop exakt zum Stop-Kurs füllt, unterschätzt die Verluste genau in den Phasen, in denen es darauf ankommt. Auch die Regel, den Stop nicht nach unten zu verschieben, lässt sich im Code erzwingen: Die Orderlogik erlaubt Änderungen nur in Gewinnrichtung und protokolliert jeden abgelehnten Versuch.

Im Live-Betrieb stellt sich die Frage, wo der Stop liegt: an der Börse, im System des Brokers oder nur im Bot. Ein Stop, den nur der Bot überwacht, existiert nicht mehr, wenn Rechner, Datenfeed oder Verbindung ausfallen. Deshalb wird oft ein serverseitiger Schutzstop beim Broker hinterlegt, auch wenn der Bot eine engere eigene Ausstiegslogik hat. Ein typischer Fehler im Trading-Bot: Nach einer Teilausführung oder einem Neustart passt die Stückzahl des Stops nicht mehr zur Position. Dann ist ein Teil der Position ungeschützt, oder der Stop eröffnet nach dem Schließen eine ungewollte Gegenposition. Ein regelmäßiger Abgleich von Positionen und offenen Orders gehört deshalb in jeden Bot (Positionsabgleich für Trading-Bots).

Grenzen und Missverständnisse

Ein Stop verändert die Verteilung der Trade-Ergebnisse: Er schneidet große Einzelverluste ab, erzeugt aber mehr kleine Verluste, weil auch Trades geschlossen werden, die sich später erholt hätten. Ob das einer Strategie hilft, hängt von ihrer Struktur ab; bei manchen Mean-Reversion-Ansätzen schadet ein enger Stop eher. Den Stop-Abstand auf den höchsten Backtest-Gewinn zu optimieren, führt leicht zu Overfitting. Belastbarer ist es, den Verlauf der einzelnen Trades auszuwerten, zum Beispiel mit MAE und MFE (MAE und MFE: Stops und Ziele aus Trade-Daten). Die Stückzahl zum gewählten Stop rechnet der Positionsgrößen-Rechner; eine mitlaufende Variante beschreibt der Eintrag Trailing Stop.

Hinweis: Dieser Glossar-Eintrag ist KI-gestützt entstanden. Marcel Gautsche verantwortet Inhalt und Auswahl redaktionell. Ihnen ist ein Fehler aufgefallen? Schreiben Sie an info@marcelgautsche.de.

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