Limit Order
Order mit festgelegtem Preis — wird nur zu diesem oder besser ausgeführt.
Eine Limit Order wird nur dann ausgeführt, wenn der Marktpreis das gewünschte Limit erreicht oder besser ist: Kauf-Limit unter aktuellem Kurs, Verkauf-Limit darüber.
Vorteil: garantierter Preis, keine Slippage. Nachteil: keine Ausführungsgarantie — bewegt sich der Markt weg, bleibt die Order offen. Limit-Orders sind das Standardwerkzeug systematischer Trader; Market-Orders gehören in Notfälle, nicht in normale Strategien.
Genaue Definition
Eine Limit Order legt neben Richtung und Menge einen Grenzpreis L fest. Eine Kauforder darf nur zu L oder darunter ausgeführt werden, eine Verkaufsorder nur zu L oder darüber. Ist das beim Eintreffen nicht möglich, wird die Order passiv ins Orderbuch gestellt und wartet, bis eine passende Gegenorder kommt oder ihre Gültigkeit (Time-in-Force, etwa Day oder GTC) endet. Liegt ein Kauf-Limit dagegen auf oder über dem besten Verkaufskurs (Ask), ist die Order an einer Börse sofort ausführbar (marktfähiges Limit): Sie wird gegen die vorhandenen Angebote bis höchstens L ausgeführt, ein Rest bleibt im Buch. Auf demselben Preisniveau gilt an den meisten Börsen Preis-Zeit-Priorität, die früher eingestellte Order wird zuerst bedient. Einige Terminmärkte teilen stattdessen anteilig zu (Pro-rata).
Ausführungsbedingung und Rechenbeispiel
Für ein Kauf-Limit gilt Ausführungspreis ≤ L, für ein Verkaufs-Limit Ausführungspreis ≥ L. Gegenüber einer Marktorder spart ein Kauf je Stück Ask − Ausführungspreis, allerdings nur für den Teil, der tatsächlich ausgeführt wird.
Rechenbeispiel: Geld- und Briefkurs stehen bei 49,98 € und 50,02 €. Eine Marktorder über 400 Stück kauft, genug Angebot vorausgesetzt, zu 50,02 €. Ein Kauf-Limit bei 49,98 € spart je ausgeführtem Stück 0,04 €, das sind 0,04 / 50,02 ≈ 0,08 % oder rund 8 Basispunkte, bei 400 Stück 16 €. Werden aber nur 150 Stück ausgeführt und steigt der Kurs danach auf 51,00 €, stehen 150 × 0,04 € = 6 € Ersparnis gegen 250 fehlende Stück. Wer sie nachkauft, zahlt 250 × (51,00 − 50,02) € = 245 € mehr als mit der Marktorder. Das ist der Zielkonflikt: Preisvorteil gegen das Risiko, nicht oder nur teilweise ausgeführt zu werden.
Umsetzung im Code und typischer Fehler
Im Kerzen-Backtest stellt sich die Frage, wann ein Limit als ausgeführt gilt. Eine vorsichtige Regel für ein Kauf-Limit: erst, wenn das Tief der Kerze das Limit unterschreitet (low < L), nicht schon bei bloßer Berührung (low == L). Eröffnet die Kerze bereits unter dem Limit, ist der Eröffnungskurs der realistische Füllpreis: fill = min(L, open). Der typische Fehler ist die Ausführung bei Berührung. Auf dem Limitpreis liegen oft schon Orders mit Zeitvorrang; wird das Niveau nur kurz erreicht, kommt die eigene Order häufig nicht zum Zug. Der Backtest bucht dann Einstiege, die es live nicht gegeben hätte, und zwar ausgerechnet die günstigsten an Wendepunkten. Teilausführungen fehlen in Kerzen-Backtests meist ganz.
Live muss der Limitpreis zur Preisschrittweite des Instruments passen, sonst wird die Order in der Regel abgelehnt. In MQL5 liefert SYMBOL_TRADE_TICK_SIZE die Schrittweite; gerundet wird etwa mit MathRound(preis / tick) * tick. Eine schwebende Kauf-Limit-Order (ORDER_TYPE_BUY_LIMIT) muss unter dem aktuellen Ask liegen, mindestens im Abstand SYMBOL_TRADE_STOPS_LEVEL (in Punkten). Bei Interactive Brokers steht die Schrittweite als minTick in den Kontraktdetails, die Order trägt orderType = "LMT" und lmtPrice. Außerdem sollte der Bot jede Teilausführung verbuchen und nicht mehr benötigte Limits stornieren (Artikel: Ordertypen und Time-in-Force).
Grenzen und Missverständnisse
„Garantierter Preis“ heißt nur: nicht schlechter als das Limit. Eine Limit Order begrenzt keine Verluste und ersetzt keinen Stop-Loss. Hinzu kommt adverse Selektion: Passive Orders werden bevorzugt dann ausgeführt, wenn der Kurs weiter durch das Limit läuft, während sie bei Bewegungen in die erhoffte Richtung oft leer ausgehen. Der gesparte Spread kann so durch ungünstige Folgebewegungen aufgezehrt werden. Ob Limit Orders einer Strategie nützen, zeigt erst der Vergleich von ausgeführten und verpassten Signalen. Wie das Orderbuch auf Limit Orders reagiert, beschreibt der Artikel Limit Order Book Modeling. Verwandt: Slippage, Market Maker.
Hinweis: Dieser Glossar-Eintrag ist KI-gestützt entstanden. Marcel Gautsche verantwortet Inhalt und Auswahl redaktionell. Ihnen ist ein Fehler aufgefallen? Schreiben Sie an info@marcelgautsche.de.
Sie wollen das Konzept in der Praxis sehen?
Zu den interaktiven Tools