Quant-Glossar

Positionsgröße

Anzahl der Einheiten eines Trades, basierend auf Risiko-Budget.

Positionsgröße = (Konto × Risiko%) / (Entry − Stop)

Die Positionsgröße ist die zentrale Stellgröße im Risikomanagement: Wie viele Einheiten (Aktien, Kontrakte, Lots) werden pro Trade gehandelt? Formel: Positionsgröße = (Konto × Risiko-Prozent) / Distanz zum Stop.

Beispiel: 10.000 € Konto, 1 % Risiko, Entry 100, Stop 98 → 100 € Risiko / 2 € Distanz = 50 Einheiten. Konstante Risiko-Prozent (Fixed Fractional) ist Industriestandard. Wer Positionsgröße als Funktion der Vergangenheit anpasst (Martingale), spielt mit Ruin.

Genaue Definition

Die Positionsgröße legt fest, wie viel in einem Trade gehandelt wird und damit, wie viel im Verlustfall verloren geht. Beim Fixed-Fractional-Verfahren wird zuerst der Risikobetrag bestimmt (Kontostand mal Risikoanteil) und dann durch den Verlust je Einheit geteilt. Der Verlust je Einheit ist der Stop-Abstand, umgerechnet in die Kontowährung. Bei Futures, Devisen und CFDs geschieht das über den Wert eines Ticks: Verlust je Lot = |Entry − Stop| / Tick-Größe × Tick-Wert. Bei Aktien in Kontowährung ist der Verlust je Stück einfach Entry − Stop, die Formel oben gilt dann unverändert. Eine verbreitete Variante setzt den Stop-Abstand als Vielfaches der Average True Range (ATR): Der Risikobetrag bleibt gleich, die Position wird in schwankungsreichen Phasen automatisch kleiner und in ruhigen größer.

Rechenbeispiel

Rechenbeispiel: Ein Konto in US-Dollar mit 10.000 USD, Risikoanteil 1 % = 100 USD, Kauf von EUR/USD mit Stop 25 Pips unter dem Einstieg. Bei einem Standard-Lot (100.000 Einheiten) ist ein Pip 0,0001 × 100.000 = 10 USD wert, der Verlust je Lot also 25 × 10 = 250 USD. Positionsgröße: 100 / 250 = 0,4 Lot. Rechnet man erwartete Kosten von 1,5 Pips für Spread und Slippage zum Stop-Abstand hinzu, ergeben sich 100 / (26,5 × 10) ≈ 0,377 Lot, bei einer Schrittweite von 0,01 Lot also abgerundet 0,37 Lot. Zur Kontrolle: 0,37 × 26,5 × 10 = 98,05 USD, knapp unter dem Risikobetrag. Getrennt davon ist der Nominalwert zu prüfen: 0,37 Lot entsprechen 37.000 Euro, also einem Mehrfachen des Kontos. Bei engen Stops begrenzt deshalb oft die Margin- oder Hebel-Regel die Größe, nicht der Risikoanteil.

Umsetzung im Code und typischer Fehler

In MQL5 liefern SYMBOL_TRADE_TICK_SIZE und SYMBOL_TRADE_TICK_VALUE die Werte für die Umrechnung; alternativ berechnet OrderCalcProfit() den Verlust eines Lots zwischen Entry und Stop direkt in Kontowährung. Danach wird auf SYMBOL_VOLUME_STEP abgerundet, etwa mit MathFloor(lots / step) * step, und gegen SYMBOL_VOLUME_MIN und SYMBOL_VOLUME_MAX geprüft. Typische Fehler im Trading-Bot:

  • Runden statt Abrunden: NormalizeDouble(lots, 2) rundet zum nächsten Wert und kann das Risiko über die Vorgabe heben. Liegt das Ergebnis unter dem Mindestvolumen, ist es folgerichtig, den Trade auszulassen, statt auf die Mindestgröße aufzurunden.
  • Punkte und Pips verwechselt: Bei fünfstelligen Devisenkursen ist ein Pip zehn Punkte. Geht ein Stop-Abstand von 25 Pips als 25 Punkte in die Rechnung ein, wird die Position zehnmal zu groß.
  • Fester Pip-Wert hinterlegt: Bei EUR/JPY auf einem Euro-Konto hängt der Tick-Wert in Euro vom aktuellen Wechselkurs ab. Ein einmal fest eingetragener Wert stimmt dann nicht mehr; der Tick-Wert gehört vor jeder Order neu abgefragt.
  • Veralteter Kontostand: Der Bot rechnet mit dem Startkapital statt mit dem aktuellen Kapital und riskiert im Drawdown einen höheren Anteil als vorgesehen.
  • Offene Positionen ignoriert: Mehrere gleichzeitig laufende, korrelierte Trades addieren ihr Risiko, obwohl jeder einzelne korrekt bemessen ist.

Grenzen und Missverständnisse

Der berechnete Risikobetrag ist kein Höchstverlust. Kurslücken, Slippage beim Stop-Loss und Wechselkursbewegungen können den tatsächlichen Verlust vergrößern. Die Positionsgröße ändert auch nichts am Erwartungswert je Trade, gemessen in R: Eine Strategie mit negativem Erwartungswert verliert mit kleineren Positionen nur langsamer. Welcher Risikoanteil passt, hängt von Strategie, Zahl paralleler Trades und der eigenen Verlusttragfähigkeit ab; eine allgemein richtige Zahl gibt es nicht. Eine theoretische Obergrenze beschreibt das Kelly-Kriterium, die Folgen für das Konto zeigen Drawdown und Risk of Ruin. Die Rechnung lässt sich im Positionsgrößen Rechner nachvollziehen; verschiedene Verfahren vergleicht der Artikel Position-Sizing-Modelle vergleichen.

Hinweis: Dieser Glossar-Eintrag ist KI-gestützt entstanden. Marcel Gautsche verantwortet Inhalt und Auswahl redaktionell. Ihnen ist ein Fehler aufgefallen? Schreiben Sie an info@marcelgautsche.de.

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