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KI-Schulung inhouse oder online? Formate im Vergleich.

Ob eine KI-Schulung inhouse, als offenes Seminar, live online oder als Selbstlernkurs stattfinden sollte, hängt vor allem davon ab, ob Ihr Team mit eigenen Abläufen und Daten üben soll, wie unterschiedlich das Vorwissen ist und wie viele Personen teilnehmen. Für ein Team, das konkrete Aufgaben mit ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot lösen will, ist ein Inhouse-Workshop mit eigenen Use-Cases meist das wirksamste Format; für Einzelne und für den Einstieg reichen oft offene Seminare oder Selbstlernangebote der Hersteller. Ein bestimmtes Format schreibt der EU AI Act nicht vor. Die FAQ der EU-Kommission zur KI-Kompetenz (Stand 20.10.2026) hält es aber für möglicherweise unwirksam, Beschäftigte nur Gebrauchsanweisungen lesen zu lassen. Dieser Vergleich zeigt Stand Oktober 2026, welches Format zu welchem Zweck passt, was ein Remote-Workshop technisch braucht und wie Förderregeln, Bildungszeit und Fernunterrichtsrecht die Wahl beeinflussen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Rechts- und Steuerstand zum unten angegebenen Datum allgemein wieder. Er ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzt nicht die Prüfung Ihres Einzelfalls durch eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt, eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität.

Welche Formate für KI-Schulungen gibt es?

Die Begriffe sind nicht geschützt. Hinter „Online-Schulung“ kann ein Live-Workshop mit Trainer stecken oder eine Sammlung aufgezeichneter Videos. Für die Wahl zählen deshalb nicht die Etiketten, sondern drei Merkmale: synchron oder asynchron (live mit Trainer oder zeitversetzt), geschlossene oder offene Gruppe und die Frage, ob mit eigenen Daten und Werkzeugen geübt wird. Daraus ergeben sich sechs gängige Formate:

In der Praxis werden Formate oft kombiniert: Selbstlernen zur Vorbereitung, ein Workshop zum Üben, kurze Live-Termine zur Nachbereitung. Wichtig ist, dass jede Stufe ein klares Ziel hat. Wer nur Videos verteilt und auf Eigeninitiative hofft, erreicht meist nur die ohnehin Interessierten.

Inhouse, offenes Seminar, online, Selbstlernen und Coaching im Vergleich.

Die Tabelle fasst zusammen, wofür sich welches Format eignet. Die Gruppengrößen sind Erfahrungswerte für Formate mit Übungen am eigenen Rechner, keine festen Regeln. Die Spalte zur Förderung bezieht sich beispielhaft auf das Programm „Fachkurse“ des ESF Plus in Baden-Württemberg (Merkblatt Stand April 2026, Kursbeginne ab 01.09.2026); andere Programme haben andere Regeln.

FormatGeeigneter ZweckGruppengrößeVorteileGrenzenESF-Fachkurse BW
Inhouse in PräsenzTeam lernt Werkzeuge an eigenen Aufgaben, Regeln für den Betrieb werden gemeinsam geübtkleine Gruppen, für Übungen oft bis etwa 12eigene Use-Cases, vertrauliche Fragen möglich, direkter AustauschTermin für alle nötig, Vorbereitung durch das Unternehmennein, einzelbetrieblich
Inhouse remotewie Präsenz, für verteilte Teams oder kurze Moduleeher kleiner als in Präsenzkeine Reisezeit, leicht in Blöcke teilbarTechnik, Aufmerksamkeit, Bildschirme schwerer einsehbarnein, einzelbetrieblich
Offenes SeminarEinzelne aus kleinen Betrieben, Selbstständige, Privatleute; Grundlagenje nach Anbietereinzeln buchbar, Austausch mit anderen Branchenkeine Firmendaten, allgemeine Beispielemöglich, wenn der Träger antragsberechtigt ist und 8 bis 160 Unterrichtseinheiten anbietet
Online-Lehrgangvertiefte Qualifizierung über Wochen, Zertifikatoft größere KohortenLernen im eigenen Tempo, strukturiertwenig Praxis mit eigenen Abläufen, Abbruchrisiko, ggf. FernUSGnur Anteile mit realer Lehrkraft
SelbstlernkursVorbereitung, Auffrischung, Produktwissenbeliebigjederzeit verfügbar, teils ohne Zusatzkostenherstellerbezogen, kein Feedback, Lernerfolg unklarnein, Selbstlernphasen zählen nicht
1:1-CoachingGeschäftsführung, Schlüsselpersonen, vertrauliche Strategiefragen1 Personmaximal zugeschnitten, flexibel terminierbarskaliert nicht, Wissen bleibt bei einer Personnein, Kurse mit nur einer Person sind grundsätzlich ausgeschlossen

Für ein Unternehmen, das mehrere Abteilungen schulen will, ist selten ein einziges Format richtig. Häufig ist eine Staffelung sinnvoll: Grundlagen für alle, vertiefte Workshops für die Abteilungen mit den meisten Anwendungsfällen, Coaching für die Leitung. Wie sich daraus ein Lernpfad mit Rollen und Auffrischungen entwickeln lässt, beschreibt der Beitrag zum systematischen Aufbau von KI-Kompetenz im Team.

Wann lohnt sich eine KI-Schulung inhouse mit eigenen Use-Cases?

Inhouse lohnt sich in der Regel, sobald drei oder mehr Personen dieselben Werkzeuge für ähnliche Aufgaben nutzen sollen. Der Vorteil liegt weniger im Ort als im Inhalt: Geübt wird an den eigenen Angeboten, Kundenanfragen, Protokollen oder Auswertungen, mit den Konten und Einstellungen, die im Alltag tatsächlich zur Verfügung stehen. Fragen wie „Darf ich diese Kundendaten eingeben?“ oder „Welcher Tarif ist bei uns freigegeben?“ lassen sich nur im eigenen Rahmen sinnvoll beantworten. Ein offenes Seminar bleibt bei solchen Fragen zwangsläufig allgemein.

Damit ein Inhouse-Workshop mehr bringt als ein offenes Seminar, braucht er Vorbereitung auf beiden Seiten:

Meine eigenen Formate folgen dieser Logik: ein KI-Impuls-Workshop (halber oder ganzer Tag, bis 12 Personen, in Präsenz oder remote), eine zwei- bis dreitägige KI-Einführung für KMU in-house und ein 1:1-Executive-Coaching mit 90 Minuten je Session, vor Ort oder per Video. Das ist ein Beispiel für eine Staffelung, kein Maßstab. Entscheidend ist bei jedem Anbieter, dass Agenda und Übungen auf Ihre Aufgaben zugeschnitten werden und nicht aus einem Standardfoliensatz bestehen.

Was leisten die Selbstlernangebote der Hersteller?

Die großen KI-Anbieter haben eigene Lernplattformen aufgebaut. Stand Oktober 2026 sind drei für Unternehmen besonders relevant:

Diese Angebote eignen sich gut, um Grundbegriffe und Produktfunktionen zu vermitteln, bevor eine Gruppe gemeinsam übt, oder um nach einem Workshop neue Funktionen nachzuholen. Sie haben zwei Grenzen: Sie sind auf das jeweilige Produkt ausgerichtet und kennen weder Ihre Daten noch Ihre Regeln. Ein Vergleich verschiedener Werkzeuge oder eine Abwägung, was im eigenen Betrieb erlaubt ist, gehört nicht zu ihrem Auftrag.

Typisches Beispiel einer Kombination: Vor dem Workshop arbeiten alle Teilnehmenden einen kurzen Einstiegskurs der Plattform durch, die zum freigegebenen Werkzeug passt. Im Workshop wird dann nicht mehr erklärt, wo der Eingabeschlitz ist, sondern an eigenen Aufgaben geübt. Vier bis sechs Wochen später klärt ein kurzer Live-Termin, was im Alltag funktioniert hat und wo es hakt.

KI-Workshop remote: technische Voraussetzungen und Grenzen.

Ein Remote-Workshop funktioniert gut, wenn die Technik vorher geklärt ist. Scheitert sie, verliert die Gruppe die erste Stunde mit Anmeldeproblemen. Diese Punkte sollten vor dem Termin geprüft sein:

Remote hat Grenzen, die sich nicht wegorganisieren lassen. Die Aufmerksamkeit lässt am Bildschirm schneller nach, deshalb sind mehrere kürzere Blöcke meist wirksamer als ein ganzer Tag am Stück. Der Trainer sieht nicht, wer gerade festhängt, und muss häufiger aktiv nachfragen. Informeller Austausch in Pausen fällt weitgehend weg. Für ein erstes Kennenlernen der Werkzeuge oder für kurze Vertiefungsmodule ist remote gut geeignet; für eine mehrtägige Einführung, bei der Prozesse gemeinsam neu gedacht werden, ist Präsenz in der Regel ergiebiger.

Förderung, Bildungszeit und FernUSG: was das Format beeinflusst.

Förder- und Rechtsregeln knüpfen oft am Format an, nicht am Inhalt. Drei Punkte sollten Sie vor der Buchung kennen:

Förderung: Das ESF-Plus-Programm „Fachkurse“ in Baden-Württemberg zahlt für Kursbeginne ab 01.09.2026 einen Zuschuss von 45 % der Kursgebühr für Kurse mit 8 bis 160 Unterrichtseinheiten. Gefördert werden nur überbetriebliche Kurse; Kurse, an denen ausschließlich Beschäftigte eines Unternehmens teilnehmen, sind ausgeschlossen. Präsenz, digitale Formate und Blended Learning sind förderfähig, aber nur mit realen Dozentinnen oder Dozenten während der kompletten Schulung. Individuelle Selbstlernphasen mit Online-Material zählen nicht zu den Unterrichtseinheiten. Den Antrag stellt der Weiterbildungsträger, nicht das Unternehmen. Welche weiteren Töpfe es gibt und warum eintägige Inhouse-Workshops meist leer ausgehen, zeigt der Überblick KI-Schulung fördern lassen.

Bildungszeit: Beschäftigte in Baden-Württemberg haben nach dem Bildungszeitgesetz Anspruch auf bis zu fünf Arbeitstage bezahlte Freistellung pro Jahr, allerdings nur für Veranstaltungen bei vom Regierungspräsidium Karlsruhe anerkannten Bildungseinrichtungen, die im Schnitt mindestens sechs Zeitstunden täglich umfassen. Einarbeitung und Maßnahmen, die überwiegend innerbetrieblichen Zwecken dienen, zählen laut IHK Heilbronn-Franken (Stand November 2025) nicht. Für einen Inhouse-Workshop spielt Bildungszeit deshalb in der Regel keine Rolle; für Beschäftigte, die ein offenes KI-Seminar bei einem anerkannten Träger besuchen wollen, kann sie relevant sein. Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten können den Anspruch ablehnen. Andere Bundesländer haben eigene Regeln.

Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG): Der Bundesgerichtshof hat am 12.06.2025 (III ZR 109/24) entschieden, dass das Gesetz auch für Online-Programme zwischen Unternehmen gilt. Erfasst sind Angebote, bei denen asynchrone Inhalte überwiegen (auch aufgezeichnete Live-Termine zählen dazu) und eine Lernerfolgskontrolle möglich ist; schon die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Feedback zu erhalten, kann genügen. Fehlt die Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), ist der Vertrag nichtig, gezahlte Gebühren können grundsätzlich zurückgefordert werden. Ob reine Live-Formate erfasst sind, hat der BGH offen gelassen; die ZFU sieht reinen Echtzeit-Onlineunterricht nicht als Fernunterricht an. Für Käufer heißt das: Bei mehrwöchigen, überwiegend aufgezeichneten KI-Onlinekursen nach der ZFU-Zulassung fragen. Ein Referentenentwurf des BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sieht vor, die Zulassungspflicht zum 01.07.2027 abzuschaffen und das FernUSG mit Ablauf des 30.06.2028 aufzuheben; beschlossen ist das nicht (Stand Oktober 2026). Bis zu einer Änderung gilt das FernUSG unverändert. Einzelfälle sollten Sie anwaltlich prüfen lassen.

Grenzen und Risiken: woran Schulungsformate scheitern.

Jedes Format hat typische Schwachstellen. Die meisten liegen nicht in der Methode, sondern in falschen Erwartungen:

Unabhängig vom Format lohnt eine schlichte Dokumentation. Ein Zertifikat ist laut Kommissions-FAQ nicht nötig; Organisationen können aber ein internes Verzeichnis der Schulungen und sonstigen Maßnahmen führen. Datum, Inhalte, Format, Dauer und Teilnehmende genügen in der Regel als Grundlage, um später nachvollziehen zu können, wer was gelernt hat.

Entscheidungshilfe: fünf Fragen vor der Buchung.

Mit diesen fünf Fragen lässt sich das passende Format in den meisten Fällen eingrenzen:

  1. Soll mit eigenen Abläufen und Daten geübt werden? Wenn ja, ist ein Inhouse-Format in Präsenz oder remote die naheliegende Wahl. Wenn es zunächst um Grundverständnis geht, reichen offene Seminare oder Selbstlernkurse.
  2. Wie viele Personen sollen teilnehmen und wo sitzen sie? Ein oder zwei Personen aus einem kleinen Betrieb sind in einem offenen Seminar oft gut aufgehoben. Ein ganzes Team spricht für inhouse, verteilte Standorte für remote oder eine Mischung.
  3. Wie unterschiedlich ist das Vorwissen? Bei großen Unterschieden helfen getrennte Gruppen oder ein Selbstlernkurs vorab, damit der gemeinsame Termin für Übungen frei bleibt.
  4. Welche Werkzeuge und Lizenzen sind freigegeben? Wer Microsoft 365 nutzt, kann die Copilot Academy als Vor- und Nachbereitung einplanen. Geübt werden sollte nur mit den Werkzeugen, die im Alltag erlaubt sind.
  5. Spielen Förderung, Bildungszeit oder ein Zertifikat eine Rolle? Dann kommen eher offene Kurse bei antragsberechtigten oder anerkannten Trägern infrage. Bei längeren Onlinekursen gehört die Frage nach der ZFU-Zulassung dazu.

Als nächsten Schritt notieren Sie pro Abteilung drei bis fünf Aufgaben, bei denen KI helfen soll, und klären mit der IT, welche Konten und Tarife zur Verfügung stehen. Mit dieser Liste lassen sich Angebote verschiedener Anbieter vergleichen, und ein Trainer kann konkret sagen, welches Format und welche Dauer zu Ihrem Ziel passen.

Häufige Fragen.

Ist ein KI-Workshop online genauso wirksam wie in Präsenz?

Das hängt vom Ziel ab. Live-Workshops per Videokonferenz eignen sich gut für Einstieg, Werkzeugkunde und kurze Vertiefungsmodule, wenn Konten, Netzwerk und Übungsmaterial vorher geklärt sind. Für mehrtägige Einführungen, bei denen Abläufe gemeinsam überarbeitet werden, ist Präsenz in der Regel ergiebiger, weil Rückfragen und Austausch leichter fallen. Reine KI-Selbstlernkurse ohne Trainer vermitteln Grundlagen, ersetzen aber das Üben an eigenen Aufgaben nicht.

Reicht ein E-Learning für die KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4 AI Act?

Der AI Act schreibt kein Format vor. Seit dem Digital-Omnibus (in Kraft seit 27.07.2026) müssen Anbieter und Betreiber von KI-Systemen die KI-Kompetenz ihres Personals unterstützen; ein bestimmtes Niveau ist nicht mehr vorgeschrieben. Laut FAQ der EU-Kommission (Stand 20.10.2026) gibt es keine Pflichtschulungen, ein Zertifikat ist nicht nötig. Nur Gebrauchsanweisungen lesen zu lassen, kann aber unwirksam sein. Ein E-Learning kann Teil der Maßnahmen sein, wenn es zu System, Rolle und Vorwissen passt. Im Einzelfall rechtlich prüfen lassen.

Wie groß sollte eine Gruppe bei einem KI-Workshop remote sein?

Remote sollte die Gruppe kleiner sein als in Präsenz, weil am Bildschirm schwerer zu erkennen ist, wer gerade festhängt. Als Erfahrungswert haben sich etwa sechs bis zehn Personen bewährt, wenn alle am eigenen Bildschirm üben. Für Übungen in Kleingruppen sollten Breakout-Räume vorab freigeschaltet sein. Marcels KI-Impuls-Workshop ist in Präsenz wie remote auf bis zu zwölf Personen ausgelegt.

Braucht ein KI-Onlinekurs eine ZFU-Zulassung?

Möglicherweise. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12.06.2025 (III ZR 109/24) fallen Online-Programme mit überwiegend asynchronen Inhalten und einer Möglichkeit zur Lernerfolgskontrolle unter das Fernunterrichtsschutzgesetz, auch zwischen Unternehmen. Ohne Zulassung der ZFU ist der Vertrag nichtig. Ob reine Live-Formate erfasst sind, ist offen; die ZFU sieht reinen Echtzeit-Unterricht nicht als Fernunterricht an. Käufer sollten bei längeren Kursen nach der Zulassungsnummer fragen.

Quellen und Stand.

Stand: 22. Oktober 2026. Produkte, Funktionen und Preise ändern sich schnell; maßgeblich sind die Angaben der Anbieter und Behörden.

Sie überlegen, welches Schulungsformat zu Ihrem Team oder zu Ihnen passt? Unverbindlich anfragen — wir klären Ziele, Vorwissen und Use-Cases und wählen Präsenz, remote oder eine sinnvolle Kombination. Mehr zu meinem Angebot: KI-Workshops für Unternehmen und KI-Beratung.