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Risk-Parity & 60/40 reloaded: Portfolio-Konstruktion 2027.

2022 hat zwei klassische Portfolio-Annahmen über den Haufen geworfen: dass Anleihen in Aktien-Crashs hedgen, und dass Risk-Parity in jedem Regime funktioniert. Was ist jetzt übrig — und was funktioniert wirklich nach dem Reset?

Die zwei klassischen Annahmen — und warum sie 2022 brachen.

60/40: der vermeintliche Allwetter-Mix

60 % Aktien, 40 % Anleihen — über Jahrzehnte das Standard-Portfolio. Annahme: wenn Aktien fallen, steigen Anleihen, weil Zinsen gesenkt werden. Funktioniert in klassischen Rezessionen.

2022: Inflation, Zentralbanken erhöhten Zinsen aggressiv. Aktien fielen 18 % (S&P 500), US-Treasuries fielen auch 18 % (10y). Ein 60/40-Portfolio verlor 18 % — exakt wie ein 100-%-Aktien-Portfolio in einem normalen Bear-Market.

Risk-Parity: die Vola-Gleichgewichtung

Statt nach Kapital-Gewicht zu allokieren, nach Risiko-Beitrag. Klassisch: viel mehr Anleihen (weil niedrigere Vola), gehebelt auf das gleiche Vola-Niveau wie Aktien. Funktionierte historisch sehr gut — Bridgewater hat damit Jahrzehnte verdient.

2022 war für Risk-Parity-Portfolios katastrophal: die gehebelten Anleihen verloren multipliziert. Bridgewater's All Weather Fund verlor 22 %, Risk-Parity-ETFs (RPAR) fielen 17–25 %. Was als „diversifiziert" galt, war alles in dieselbe Macro-Wette.

Was wir gelernt haben.

Was 2027 funktioniert.

Verbessertes 60/40

Statt 60 % Aktien + 40 % Anleihen: 50 % Aktien + 25 % Anleihen + 15 % Inflations- geschützte Assets (TIPS, Rohstoffe, Real Estate) + 10 % alternative Strategien (Trendfolge, Vola-Verkauf). Reduziert das Inflations-Risiko deutlich.

All-Weather 2.0

Bridgewater hat sein All-Weather-Modell post-2022 angepasst: explizite Allokation für Inflations-Regime, weniger Anleihen-Hebel. Privatanleger können das mit ähnlichen Bausteinen replizieren:

Backtest 2000–2026: ~7,5 % p. a., max. Drawdown ~15 %, Sharpe ~1,0. Schlechter als S&P-Buy-and-Hold in Bull-Phasen, deutlich besser in Bear-Phasen.

Permanent Portfolio (Browne-Klassiker)

Harry Browne's 4-Quadranten-Setup von 1981 ist 2022 zurückgekommen: 25 % Aktien, 25 % langlaufende Anleihen, 25 % Gold, 25 % Cash. Annahme: ein Quadrant funktioniert in jedem ökonomischen Regime.

Sehr defensiv, niedrigere Renditen (5–6 % p. a.), aber max. Drawdowns historisch unter 15 %. Für sehr risikoaverse Anleger oder als „Schlaf-gut"-Anteil eines größeren Portfolios.

Trendfolge als Krisen-Hedge.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus 2022: managed Trendfolge-Strategien (gemessen via SG Trend Index oder ähnliche Benchmarks) gewann 27 % — in dem Jahr, in dem 60/40 18 % verlor. Das ist nicht zufällig: Trendfolge ist long, was nach oben geht, und short, was nach unten geht. In klaren Trends — egal in welche Richtung — funktioniert sie.

Konkrete Umsetzung für Privatanleger: KMLM-ETF (KFA Mount Lucas Index) oder DBMF (iMGP DBi Managed Futures). 10–20 % Allokation als strukturellen Krisen-Hedge. Kostet in normalen Jahren etwas Performance, zahlt sich aus, wenn es darauf ankommt.

Rebalancing-Regeln.

Was wir konkret empfehlen.

Für Privatanleger mit 100–500 k €: ein modifiziertes All-Weather mit Trendfolge-Anteil. Aufwand: monatlich 30 Minuten Rebalancing-Check, quartalsweise Review. Funktioniert in allen Regimes solide, ohne in keinem zu excellieren. Das ist genau das, was ein Portfolio für die nächsten 20 Jahre können muss.

Wer höhere Renditen will: mehr Aktien-Risiko nehmen — aber wissen, was das in Bear- Märkten bedeutet. Es gibt keine kostenlosen Renditen, auch nicht in Risk-Parity.

Sie wollen Ihr Portfolio neu strukturieren — robust für alle Regimes? Erstgespräch buchen — wir bauen das Setup passend zu Ihrem Risiko-Profil.