Wie eine Beratung bei Marcel Gautsche abläuft.
Ich werde regelmäßig gefragt, wie eine Zusammenarbeit konkret aussieht — was im Erstgespräch passiert, wie ein Projekt strukturiert ist, wie abgerechnet wird, was ich mache und was nicht. Dieser Artikel beantwortet das transparent. Ohne Marketingfloskeln, mit konkreten Zahlen.
Die sechs Phasen einer typischen Zusammenarbeit.
Projekte variieren stark in Umfang und Tiefe, aber die Grundstruktur ist meist ähnlich:
- 1. Erstgespräch: kostenfrei, 30–45 Minuten, telefonisch oder per Videocall. Sie schildern Ihre Situation, ich höre zu, stelle Rückfragen, und am Ende sagen wir beide ehrlich, ob eine Zusammenarbeit Sinn macht. Wenn ich nichts beitragen kann, sage ich das.
- 2. Situations-Analyse: konkrete Strategie-Review, Code-Review, Daten- oder Backtest-Analyse — je nach Anliegen. Ich schaue mir Ihre Setups, Daten, Backtests oder Ihren Code detailliert an. Ergebnis ist ein schriftlicher Befund: was funktioniert, was nicht, wo Hebel liegen.
- 3. Konzept-Entwurf: gemeinsam entwickeln wir einen Plan. Welche Schritte in welcher Reihenfolge, welche Tools und Daten, welcher Zeitrahmen, welches Budget. Dieser Konzept-Entwurf ist eine schriftliche Vereinbarung — keine Wischiwaschi-Roadmap.
- 4. Implementation: hier wird gearbeitet. Strategie entwickeln, Backtests aufsetzen, Code reviewen oder schreiben, Tools auswählen und konfigurieren. Je nach Projekt zwischen 2 Wochen und mehreren Monaten.
- 5. Live-Begleitung: in den ersten Wochen nach Go-Live engmaschig (wöchentliche Calls, sofortige Reaktion auf Probleme), danach in größeren Abständen. Live-Trading wirft immer Fragen auf, die Backtests nicht beantworten.
- 6. Ongoing-Support: optional, im Retainer-Modell. Regelmäßige Calls, on-call-Verfügbarkeit, periodische Reviews. Für Kunden, die langfristig einen Sparringspartner brauchen.
Typische Kunden-Profile.
Typische Anfragen kommen aus diesen Richtungen:
- Aktive Privatpersonen, die ihr eigenes Regelwerk automatisieren wollen: meist mit technischem Hintergrund, oft IT- oder Finanz-Profis nebenberuflich. Anliegen: eigene Strategie verfeinern, Backtest-Methodik schärfen, Übergang vom Demo- ins Live-Trading.
- Unternehmer mit eigenem Handelskapital: etwa nach einem Exit oder aus kumulierten Unternehmensgewinnen. Anliegen: eigene Regeln systematisch umsetzen, Backtests aufsetzen, Handelsprozesse automatisieren — die Anlageentscheidung selbst bleibt beim Unternehmer.
- Family-Offices und Family-Office-ähnliche Strukturen: Anliegen: Setup einer eigenen quantitativen Komponente, unabhängige technische Prüfung von Backtests und Modellen, Daten- und Reporting-Tools.
- Professionelle Trader, die eine zweite Sicht brauchen: Vollzeit-Trader oder Manager kleinerer Fonds, die einen externen Sparring-Partner suchen. Anliegen: technische Umsetzung, Backtest-Prüfung, Risiko-Logik im Code.
- Unternehmen, die KI einsetzen wollen: Anliegen: KI-Beratung, Auswahl und Einführung von KI-Werkzeugen, KI-Workshops für Teams.
Was ich nicht mache.
Genauso wichtig wie das, was ich mache, ist das, was ich bewusst nicht anbiete:
- Keine Vermögensverwaltung, keine Anlageberatung: Ich entscheide nicht über fremdes Geld und gebe keine individuellen Anlageempfehlungen. Sie behalten die Kontrolle über alle Positionen; ich entwickle, teste und automatisiere. Vermögensverwaltung und Anlageberatung sind regulatorisch ein anderes Geschäft, für das ich keine aufsichtsrechtliche Erlaubnis (etwa nach dem Wertpapierinstitutsgesetz) habe.
- Keine Signal-Dienste: Ich verkaufe keine Trades, keine täglichen Empfehlungen, keine „die Strategie“, die ein Kunde einfach kopiert. Das ist methodisch fragwürdig und schafft die falsche Abhängigkeit.
- Keine Performance-Versprechen: Ich gebe keine Renditeziele, die ich nicht kontrolliere. Wer „X % pro Jahr“ verkauft, verkauft Hoffnung — nicht Methodik.
- Keine Affiliate-Empfehlungen: Ich bekomme keine Provisionen von Brokern, Datenanbietern oder Tool-Herstellern. Wenn ich etwas empfehle, dann weil ich es selbst nutze oder als methodisch sauber einstufe — nicht, weil mir jemand etwas dafür zahlt.
Honorar-Modelle.
Drei Modelle, je nach Art der Zusammenarbeit:
- Nach Aufwand: abgerechnet nach Stunden. Sinnvoll für kleinere Aufträge, einmalige Reviews, punktuelle Beratung.
- Projekt-Pauschale: ein Festpreis für klar umrissene Projekte (Strategie-Umsetzung, Backtest-Setup, Code-Review). Vorteil: Planungssicherheit für beide Seiten. Wird vorab in Textform vereinbart, mit Meilensteinen.
- Retainer: ein monatlicher Betrag für laufende Begleitung nach dem Go-live. Umfang und Reaktionszeiten werden individuell vereinbart.
Feste Preise nenne ich nicht, weil sich der Aufwand von Projekt zu Projekt stark unterscheidet. Ein verbindliches Angebot erhalten Sie nach dem kostenlosen Erstgespräch: als Privatkunde mit Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer, als Unternehmen mit Nettopreisen. Reisekosten für Vor-Ort-Termine weise ich im Angebot gesondert aus, meist arbeite ich remote. Als Verbraucher haben Sie ein Widerrufsrecht.
Was ein Erstgespräch konkret klärt.
Im Erstgespräch arbeite ich vier Fragen ab:
- Was wollen Sie konkret erreichen? Nicht „besser traden“ — sondern: welches messbare Ergebnis, in welchem Zeitrahmen, mit welchem Risiko-Budget.
- Wo stehen Sie heute? Wissen, Kapital, Tools, bisherige Ergebnisse. Ehrliche Bestandsaufnahme, ohne dass ich daraus eine Verkaufsgrundlage mache.
- Was haben Sie schon versucht, was hat nicht geklappt? Diese Frage filtert Strategie-Hopper und Wunderwerk-Sucher heraus. Wer ehrlich antwortet, passt meist gut.
- Passt es zwischen uns menschlich? Beratung ist Zusammenarbeit. Wenn der Stil nicht passt, sollten wir es lassen.
Am Ende des Gesprächs ist die Frage geklärt: lohnt sich eine Zusammenarbeit, und wenn ja, in welcher Form. Wenn nicht, gebe ich konkrete Empfehlungen für alternative Wege — Bücher, andere Berater, Selbst-Studium.
Lerneffekte aus über zehn Jahren Praxis.
Die Muster, die ich über Jahre gesehen habe:
- Die meisten Probleme im Trading sind keine Strategie-Probleme, sondern Disziplin- oder Daten-Probleme. Wer mehr Methode kauft, weil die alte nicht reicht, löst meistens das falsche Problem.
- Kunden, die mit klaren, schriftlichen Zielen kommen, profitieren um ein Vielfaches mehr als die, die mit vagen Anliegen starten.
- Die ersten 4–8 Wochen nach Live-Gang einer neuen Strategie sind die kritische Phase. Wer hier diszipliniert bleibt, kommt durch — wer abweicht, sabotiert das gesamte Setup.
- Ehrliche Kunden-Auswahl ist wichtiger als laufende Akquise. Zwei abgelehnte Anfragen sind besser als eine angenommene, die nicht passt.
Meine Philosophie: lieber zwei ablehnen als ein schlechtes annehmen.
Ich lehne regelmäßig Anfragen ab. Nicht aus Snobismus, sondern weil ich aus Erfahrung weiß: schlecht passende Aufträge schaden beiden Seiten. Der Kunde zahlt für etwas, das er nicht braucht. Ich liefere Arbeit, die keine Wirkung entfaltet. Beide gehen unzufrieden raus.
Konkret lehne ich ab: Interessenten ohne Grundwissen (denen schicke ich erst eine Leseliste), Interessenten mit unrealistischen Renditeerwartungen, Interessenten, die primär jemanden suchen, der ihnen ihre vorgefasste Meinung bestätigt. Auch Aufträge, bei denen ich methodisch keinen Mehrwert sehe, lehne ich offen ab — selbst wenn der Kunde zahlen will.
Das ist nicht heroisch, sondern pragmatisch. Mein Geschäft funktioniert über Weiterempfehlung. Zufriedene Kunden erzählen es weiter, unzufriedene auch — nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Stand: Mai 2026, überarbeitet Oktober 2026. Angaben zu Produkten, Preisen, Gesetzen und Fristen können sich seitdem geändert haben; maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter und Behörden.
Sie überlegen, ob eine Zusammenarbeit mit mir Sinn ergibt? Unverbindlich anfragen — 30 Minuten, kostenfrei, ergebnisoffen. Am Ende wissen wir beide, ob es passt. Mehr zu meinem Angebot: Trading-Systeme entwickeln lassen.